Das 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimm- und Wahlrechts bietet Anlass für eine Standortbestimmung.
Anlässlich des 50-Jahr-Jubiliäums des Frauenstimm- und Wahlrechts greifen In den letzten Tagen und Wochen viele Medien das Thema auf. Im Gemeinderat ergriff die ‘IG Frauen im Gemeinderat’, eine überparteiliche Gruppe der Parlamentarierinnen, das Wort und machte in einer gemeinsamen Erklärung auf das Jubiläum aufmerksam, zeichnete den steinigen Weg nach, den die Frauen in der Schweiz zurücklegten, um sich ein heute selbstverständliches Recht zu erkämpfen und zog anschliessend Bilanz: Wo stehen wir mit der Gleichberechtigung, wo wurden Erfolge erzielt und wo braucht es noch weitere Schritte, damit Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier stehen bleibt.
Diese Erklärung war – zumindest für einen Parlamentarier aus dem rechten Spektrum – zu viel. Was folgte, war eine persönliche Erklärung der Sorte ‘Mann erklärt Frau die Welt’. Die aus meiner Sicht sehr sachliche Erklärung der IG Frauen, die Einkommensunterschiede, die unterschiedliche Vertretung von Frauen und Männern in Entscheidungsgremien, aber auch die Frage, warum verheiratete Frauen z.B. in der Steuererklärung noch immer als Anhängsel ihres Mannes behandelt werden thematisierte, wurde mit ‘Gejammer’ interpretiert. Die Situation empfand ich als so grotesk, dass ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte, was natürlich ganz schlecht ankam.